Als drittes Meisterwerk auf dem berühmten Gizeh-Plateau erhebt sich die Mykerinos-Pyramide etwa 450 Meter südwestlich der Chephren-Pyramide.
Gemeinsam bilden die drei großen Pyramiden eine beeindruckende Linie, die jeden Besucher in Staunen versetzt.
Lage und geschichtlicher Kontext
Die Mykerinos-Pyramide befindet sich im südwestlichen Bereich des Gizeh-Plateaus und wurde als letzter der drei großen Pyramidenkomplexe dort errichtet.
Sie wurde ungefähr zwischen 2540 und 2520 v. Chr. erbaut und diente dem Pharao Mykerinos als Grabstätte.
Mykerinos war der Sohn von Pharao Chephren und folgte seinem Vater auf den Thron, möglicherweise nach einer Zwischenregentschaft von Bicheris.
Als fünfter Herrscher der vierten Dynastie des Alten Ägypten und Sohn von Chephren und Königin Khamerernebty I. ließ er dieses beeindruckende Monument errichten.
Mykerinos-Pyramide Steckbrief: Maße, Bauzeit, Besonderheiten
Die Pyramide weist folgende Merkmale auf:
- Ursprüngliche Höhe: 65,6 bis 66 Meter (heute etwa 62 Meter)
- Basislänge: 102,2 × 104,6 Meter (mittlere Basislänge 103,4 Meter)
- Neigungswinkel: 51°20'25"
- Bauvolumen: Etwa 235.183 m³
- Bauzeit: Ungefähr 2530 bis 2510 v. Chr.
Besonders bemerkenswert ist, dass die Pyramide nicht vollständig fertiggestellt wurde.
Die unvollendete Bearbeitung deutet darauf hin, dass Pharao Mykerinos vor der Fertigstellung seines Grabmals starb. Sein Nachfolger Schepseskaf vollendete zwar die Tempelanlagen, allerdings in kostensparender Ziegelbauweise.
Die Mykerinos-Pyramide wurde mit örtlichem Kalkstein errichtet, wobei der innere Kern als Stufenpyramide ausgeführt ist – erkennbar an den zwei Stufen, die in einer später entstandenen Bresche freigelegt sind.
Eine weitere Besonderheit: Während der obere Teil – wie bei den anderen Pyramiden – mit weißen Kalksteinblöcken aus Tura verkleidet war, bestanden die unteren 16 Lagen aus Rosengranit.
Vergleich mit Cheops- und Chephren-Pyramide
Im Vergleich zu ihren größeren Nachbarn wirkt die Mykerinos-Pyramide fast bescheiden.
Mit nur etwa 65 Metern ursprünglicher Höhe ist sie nicht einmal halb so hoch wie die Cheops-Pyramide (146 Meter) oder die Chephren-Pyramide (143 Meter).
Interessanterweise ist ihr Neigungswinkel von 51°50' mit dem der Cheops-Pyramide nahezu identisch.
Allerdings beträgt ihr Bauvolumen lediglich etwa ein Zehntel der Cheops-Pyramide.
Für diese vergleichsweise bescheidene Größe gibt es verschiedene Erklärungsansätze: Platzprobleme auf dem Gizeh-Plateau, zu hoher Bauaufwand (sein Nachfolger Schepseskaf errichtete nur eine Grabmastaba) oder die zunehmende Hinwendung zum Sonnenkult des Re, der den Tempelbau für den Sonnengott förderte.