Wer Wadi El Gemal betritt, betritt ein lebendiges Naturlabor. Über Jahrmillionen hat sich hier ein Ökosystem entwickelt, das Land und Meer auf einzigartige Weise miteinander verbindet – und das eine Artenvielfalt beherbergt, die selbst erfahrene Naturforscher staunen lässt.
Was macht die Unterwasserwelt von Wadi El Gemal so außergewöhnlich?
Die Korallenriffe vor der Küste von Wadi El Gemal zählen zu den am wenigsten gestörten des gesamten Roten Meeres. Weil das Gebiet weit abseits der großen Touristenzentren liegt und streng geschützt ist, konnten sich die Korallen über Jahrzehnte ungestört entfalten. Das Ergebnis: eine explosive Vielfalt an Fischarten, Weichtieren und Rifffischen, die anderswo kaum noch zu finden ist.
Welche besonders seltenen Meerestiere leben in Wadi El Gemal?
Das Gebiet ist eine der letzten Zufluchtsstätten der stark bedrohten Dugongs – großer Meeressäuger, die eng mit Seekühen verwandt sind. Zudem nisten grüne Meeresschildkröten und Unechte Karettschildkröten an den Stränden des Schutzgebiets. Das Riff beherbergt außerdem Tüpfelschildkröten, Rochen und sogar gelegentlich Walhaie.
Was gibt es an Land in Wadi El Gemal zu beobachten?
Die Wüste rund um Wadi El Gemal ist keineswegs leblos. Gazellen, Nubische Steinböcke, Wüstenfüchse und zahlreiche Reptilienarten leben hier. Ornithologisch ist die Region ein Eldorado: Über 160 Vogelarten wurden im Gebiet gesichtet, darunter der seltene Afrikanische Fischadler und verschiedene Adlerarten.
Welche Pflanzen wachsen in diesem scheinbar lebensfeindlichen Gebiet?
Entlang der Küstenlinie und in den feuchteren Wadis (Trockentälern) finden sich Mangroven – ein seltener Anblick in dieser Region. Diese salzresistenten Bäume sind Kinderstube für unzählige Meeresbewohner und dienen als natürliche Küstenschutzanlage. Im Landesinneren dominieren Akazien, Euphorbien und speziell angepasste Wüstenkräuter.