An der Südspitze der Sinai-Halbinsel befindet sich eines der ökologisch wertvollsten Gebiete Ägyptens – der Ras-Mohammed Nationalpark.
Dieses Naturjuwel liegt nur etwa 12-20 Kilometer südlich von Scharm asch-Schaich entfernt und ist damit ein beliebtes Ausflugsziel für Touristen und Naturliebhaber.
Wie der erste ägyptische Nationalpark entstand
Die Geschichte des Parks beginnt unmittelbar nach dem Abzug der israelischen Streitkräfte vom Sinai.
Durch ein Gesetz gründete die ägyptische Regierung im Jahr 1983 den Nationalpark, der offiziell als "Ras Mohammed Marine Protected Area" bezeichnet wird.
Damit war Ras Mohammed das erste Schutzgebiet Ägyptens überhaupt.
Zunächst erstreckte sich das Schutzgebiet über eine Fläche von 97 Quadratkilometern.
Zwischen 1988 und 1992 wurde der Park mehrfach erweitert. Heute umfasst der Nationalpark eine Gesamtfläche von 480 Quadratkilometern, wobei 135 km² auf das Land und 345 km² auf Wasserflächen entfallen.
Einige Quellen nennen sogar eine Gesamtfläche von 850 Quadratkilometern.
Die Gründung des Parks hatte primär zwei Ziele: Zum einen sollte die unberührte Natur vor der fortschreitenden Besiedelung von Scharm asch-Schaich geschützt werden, zum anderen galt es, den Fischbestand zu erhalten und umweltschädliche Fischereimethoden wie das Fischen mit Sprengstoff zu unterbinden.
Geografische Besonderheiten an der Südspitze des SinaiGeografische Besonderheiten an der Südspitze des Sinai
Ras Mohammed stellt selbst eine kleine Halbinsel dar, die durch eine schmale Landzunge mit dem Sinai verbunden ist.
Diese Landzunge hat eine Breite von etwa 800 Metern und eine Länge von 3,5 Kilometern. Der höchste Punkt des Parks erreicht eine Höhe von 73 Metern.
Besonders bemerkenswert ist die geografische Lage: Ras Mohammed teilt den Golf von Akaba vom Golf von Suez und spaltet somit das Rote Meer.
Diese besondere Position führt zu starken Strömungen, die reichlich Plankton und Nährstoffe für die marine Flora und Fauna transportieren.
Im Norden des Parks befindet sich eine große Bucht, die Marsā Bureika.
Die Ostküste wird von steil abfallenden Korallenriffen gesäumt, die teilweise über 700 Meter in die Tiefe abfallen.
Der Untergrund der Landzunge besteht aus fossilen Korallen, auf denen sich eine karge Wüstenlandschaft erstreckt.
Warum Ras Mohammed ein UNESCO-Schutzgebiet ist
Am 22. Januar 2002 stellte das ägyptische UNESCO-Komitee den Antrag, den Nationalpark zum UNESCO-Weltnaturerbe zu erklären.
Die außergewöhnliche ökologische Bedeutung des Parks zeigt sich in seiner beeindruckenden Biodiversität: 218 Korallenarten (davon 125 Weichkorallen), über 1.000 Fischarten sowie zahlreiche Weichtier- und Krebsarten machen das Gebiet zu einem Hotspot der Artenvielfalt.
Darüber hinaus spielt der Park eine wichtige Rolle für den Vogelzug und ist Heimat für 220 Vogel- und 14 Säugetierarten.
Der kleine Mangrovenwald im Park stellt das zweitnördlichste Vorkommen von Mangroven auf der Erde dar.