Und mitten in diesem Bild sah ich ihn.
Ein Fahrrad, ein Tablett, ein perfektes Gleichgewicht
Ein junger Mann auf einem alten Fahrrad, dessen Farbe längst verblasst war. Auf dem Kopf balancierte er ein großes Holztablett, stapelweise runde Fladen, goldbraun und noch warm vom Ofen.
Sie schwankten bei jeder Bodenwelle. Er hielt sie mit einer Ruhe, die man nur bewundern kann.
Er fuhr durch die Straße, fand seinen Weg zwischen den Fahrzeugen und wirkte dabei völlig gelassen. Kein Zögern, kein hektischer Blick. Konzentriert, ruhig, sichtlich stolz auf das, was er da tat. Als folge er einer Spur, die nur er sehen konnte.
Eine Fähigkeit, die man nicht an einem Tag lernt
Was Sie in Kairo überall sehen: Menschen, die etwas transportieren. Auf dem Kopf, auf dem Fahrrad, auf Handkarren.
Das Balancieren auf dem Kopf ist eine eigene Kunst mit langer Tradition. Bereits Wandmalereien aus pharaonischer Zeit zeigen Träger, die Körbe und Gefäße auf dieselbe Weise transportieren. Die Technik hat sich über Jahrtausende bewährt.
Wer sie beherrscht, macht das mit erkennbarem Selbstbewusstsein. Und sie wird weitergegeben — vom älteren Kollegen an den jüngeren, in vielen Familien über Generationen.
Ich habe eine Weile zugesehen. Es war eine dieser Bewegungen, die aussehen, als kosteten sie keine Mühe — und die genau deshalb so beeindrucken.
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