Zwischen Afrika und Asien: Die Lage im Überblick
Als schmales Nebenmeer des Indischen Ozeans erstreckt sich das Rote Meer majestätisch zwischen Nordostafrika und der Arabischen Halbinsel.
Mit einer beeindruckenden Länge von 2.240 km und einer Fläche von rund 438.000 km² entspricht dieses Gewässer etwa der Größe Schwedens.
Im Norden misst die Breite ungefähr 180 Kilometer, während sie im Süden auf etwa 360 Kilometer anwächst.
Besonders faszinierend ist die Tiefenstruktur – durchschnittlich 538 Meter tief, erreicht das Meer im zentralen Suakin-Trog beachtliche 3.040 Meter.
Eine der markantesten Eigenschaften des Roten Meeres ist sein außergewöhnlich hoher Salzgehalt von 4,2%, der deutlich über dem normalen Meeressalzgehalt von etwa 3,5% liegt.
Die Wassertemperatur schwankt zwischen angenehmen 24°C und sommerlichen 35°C, was ideale Bedingungen für Wassersportbegeisterte schafft.
Anrainerstaaten und wichtige Küstenabschnitte
Das Rote Meer wird von mehreren Ländern umschlossen. An der afrikanischen Küste liegen Ägypten, Sudan, Eritrea und Dschibuti.
Die asiatische Seite teilen sich Saudi-Arabien, Jemen, Israel und Jordanien.
Saudi-Arabien verfügt über den längsten Küstenabschnitt, während Ägypten mit seiner etwa 800 Kilometer langen Küste zu den beliebtesten Feriengebieten weltweit zählt.
Im Norden teilt sich das Gewässer in zwei wichtige Ausläufer: den Golf von Suez im Nordwesten, der durch den Suezkanal mit dem Mittelmeer verbunden ist, und den Golf von Akaba im Nordosten.
Die ägyptische Küste am Roten Meer lockt mit traumhaften Sandstränden und erstklassigen Tauchrevieren.
Besonders Hurghada hat sich als Paradies für Taucher, Windsurfer und Sonnenhungrige etabliert.
Die beeindruckende Unterwasserwelt mit ihrer Artenvielfalt macht das Rote Meer zu einem der besten Tauchgründe der Welt.
Verbindung zum Indischen Ozean über Bab al-Mandab
Im Süden verengt sich das Rote Meer zur Meerenge Bab al-Mandab – arabisch für "Tor der Tränen".
Mit einer Breite von nur etwa 27-30 Kilometern verbindet sie das Rote Meer mit dem Golf von Aden und somit mit dem Indischen Ozean.
Diese schmale Passage ist für den globalen Handel von enormer Bedeutung: Etwa 12% des weltweiten Seehandels nehmen diesen Weg und ersparen sich dadurch die rund 6.000 Kilometer längere Route um Afrika herum.
Die Meerenge wird durch die Insel Perim in zwei Kanäle geteilt – einen tieferen westlichen und einen flacheren östlichen Kanal.
Der begrenzte Wasseraustausch durch diese schmale Verbindung trägt wesentlich zum außergewöhnlich hohen Salzgehalt des Roten Meeres bei.
Zudem sorgt ein jahreszeitlich bedingter Zirkulationsprozess für ein ökologisches Gleichgewicht zwischen beiden Meeren.